Otto Riecker (1896 ‒ 1989)


Badischer Pfarrer, Prediger der Erweckung
Gründer des Lebenszentrums Adelshofen

 

 

Als badischer Vikar und Pfarrer war Riecker an vielen verschiedenen Orten tätig. Nach seiner Heidelberger Promo-tion 1934 zum Thema Evangelisation wurde Riecker 1944 zweiter Pfarrer an der Heidelberger Heiliggeistkirche (die 1. Pfarrstelle hatte der liberale Hermann Maas inne.) 1950 wechselte Riecker von diesem herausgehobenen Posten in die kleine Landgemeinde Adelshofen im Kraichgau (heute Ortsteil von Eppingen). Dort wurde er zum Gründer des Lebenszentrums Adelshofen, eines freien missionarischen Werks innerhalb der badischen Landeskirche (als e. V.).

Schriften: Das evangelistische Wort. Pneumatologie und Psychologie der evangelist. Bewegung, Gütersloh 1935; Diss. Heidelberg 1935; zahlreiche Auflagen und Neuausgaben, mit wechselnden Untertiteln. ‒ Die seelsorgerliche Begegnung, Gütersloh 1947 ‒ Jesu Name nie verklinget. Altes und neues erweckliches Lied, Neuhausen-Stuttgart 1959 ff. ‒ Universitäts-Theologie und Gemeinde-Frömmigkeit, Neuhausen-Stuttgart 1984 – Mit 60 fing mein Leben an, Neuhausen-Stuttgart 1996 ‒ zahlr., meist unselbst. erschienene Schriften.

Literatur: Geschaffen aus dem Nichts., Bericht über das Werden des Lebenszentrums Adelshofen, verf. von der Kommunität Adelshofen, hsrg. vom O.R., Eppingen 1972 ‒ Ganz ungeniert, Beiträge zum 90. Geburtstag von O.R., hrsg. von Peter Lohmann, Eppingen 1986 ‒ Jochen Ebert, Art. Otto Riecker, in: BBKL Bd. XXXVI (2015), Sp: 1088‒1093 – Sr. Meike Walch, Das Lebenszentrum Adelshofen, in: Erinnerungsorte des badischen Protestantismus, Hrsg.: Ulrich Bayer. u. Hans-Georg Ulrichs, Neulingen 2020, S. 29‒35.

1955 gab es in Adelshofen eine allgemeine Erweckung zu einem persönlichen Christusglauben. Sie ließ 1958 eine zunächst private Bibelschule des Ortspfarrers Riecker zur Ausbildung von Gemeindehelfern und Gemeindehelfe-rinnen entstehen. Im Laufe der nächsten Jahre erwuchs daraus das Theologische Seminar Adelshofen, an dem bis heute Missionare für die Weltmission sowie Berufskräfte für den landeskirchlichen und den freikirchlichen Gemeinde-dienst ausgebildet werden. Der äußerliche und der innere Aufbau des Lebenszentrums führten dann 1962 zur Bil-dung einer ordensähnlichen Lebensgemeinschaft, einer Kommunität (2020 mit 29 Männern und Frauen). Neben den Zölibatären leben und wirken in Adelshofen weiter ebenso Familien, insgesamt rund 80 Personen. Auch besteht weiterhin eine enge Verbindung zur örtlichen Kirchengemeinde mit ihrer landeskirchlichen Pfarrstelle.

 

 

 

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© Gerhard Schwinge