Großherzogin Luise von Baden (1838‒1923)

geborene Prinzessin von Preußen

Wohltäterin, Förderin von Frauenberufen und fromme Landesmutter

 

 

Schon in ihrer Jugendzeit wurden für die preußische Prinzessin Luise und Ihre Mutter, Erbprinzessin, später Kaiserin Augusta Pfarrer Theodor Fliedner in Kaiserswerth und seine Diakonissen sowie die englische Krankenschwester Florence Nightingale zu Vorbildern für das gewünschte Berufsbild einer Krankenpflegerin. ‒ 1856 wurde die achtzehnjährige Luise, kurz nach dessen Proklamation als Großherzog von Baden, mit Friedrich I. vermählt.

Nachlass, Korrespondenzen u.a.m. im Genreallandesarchiv Karlsruhe ‒ Zur Biographie: Ilona Scheidle, Lebensbild in: JbKRG 8/9 (2014/2015), S. 406‒421, Abb. (eigentlich vorgesehen für den Band IV der Lebensbilder‒Bände des Vereins für Kirchengeschichte in Baden, erschienen 2015); G: Schwinge, Art. Luise von Baden in: BBKL XXXVII (2016), Sp.684‒690; außerdem zahleiche Aufsätze, u.a. von Annette Borchardt-Wenzel 2003 u. 2008 und 2018, Ilona Scheidle 2002, Konrad Krimm 2020; der neueste: Christian Katschmanow-ski, „Treu“ bis den Tod. Zum wiederentdeckten Grabstein des Lieblingshundes von Großherzogin Luise von Baden, in: Badische Heimat 4/2020, S. 517526, mit 9 Abb., Anmerkungen u. Literaturliste

1859 gründete Großherzogin Luise von Baden den Badischen Frauenverein, der „die Förderung der Bildung und Erwerbstätigkeit des weiblichen Geschlechts“ zum Ziel hatte, vor allem aber der Krankenpflege sowie in den wiederholten Kriegszeiten dem Lazarettdienst galt, im Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 wie im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. An dessen Ende rief Luises Gemahl Friedrich I. ihren Vater König Wilhelm von Preußen zum Deutschen Kaiser aus. Eine besondere Herausforderung für Luise von Baden war der Erste Weltkrieg 1914‒1918, der 1919 zur Flucht der großherzoglichen Familie, zur Abdankung des Großherzogs und zum Thronverzicht führte. Von allem war Luise direkt betroffen. 1919 ging der Frauenverein in der Schwesternschaft vom Roten Kreuz auf. 1912 hatte er in 5000 Ortsgruppen zusammen 83 000 Mitglieder.

1888 starben ein Sohn Luises, ihr Vater und ein Bruder, 1907 starb ihr Gemahl. In diesen schweren Zeiten stärkte sie die vertrauens-volle seelsorgerliche Betreuung durch Prälat Ludwig Schmitthenner. ‒ Schon früh war Schmitthenner in die Stellung eines persönli-chen Seelsorgers der großherzoglichen Familie hineingewachsen, insbesondere war er der Vertraute von Großherzogin Luise. Dies gleichzeitig mit dem eigentlich zuständigen Hofprediger Ernst Fischer, dem nicht nur die Hofgottesdienste in der Schlosskirche obla-gen. Doch auch über das Ende der Monarchie 1919 hinaus und noch in seinem Ruhestand, bis zum Tod von Prinz Max von Baden 1929, dauerte die private seelsorgerliche Betreuung der großherzoglichen Familie durch Schmitthenner an.

Schon von ihrem Elternhaus her war Luises Leben von einer persönlichen Frömmigkeit bestimmt. Doch auch am Geschehen in der badischen Landeskirche nahm sie ‒ nicht aktiven, aber indirekten Anteil und ließ sich von Prälat Schmitthenner darüber berichten, so über die General- und Landessynoden und deren Beschlüsse.

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© Gerhard Schwinge