Gepostet von Regine Born, Mai 2020

Evang. Gesangbuch für Baden (EG) ‒ Neue Lieder für Baden (NL)

 

 

Wusstest du schon dass …

die meisten unserer Gottesdienste nicht mehr "regelgerecht" gehalten werden?

 

 

 

„In der Regel“ werden unsere Gemeindegottesdienste an Sonn‒ und Feiertagen nach Ordnungen gehalten, die auch vorne im Gesangbuch zu finden sind, freilich in etwas verwirrender, allzu differenzierter Fassung: nach einem „Ordi-narium“ mit festgelegten, nicht veränderbaren Teilen und mit „Proprien“, welche je nach dem Kirchenjahr wechseln. ‒ Ein vollständiger Gottesdienst ist eigentlich immer ein Gottesdienst mit Abendmahl.

Ordinarium (Liturgie): Immer, und zwar in ökumenischer Fassung wird von der Gemeinde das Vaterunser gebetet; schon nicht mehr zuverlässig immer das Apostolische Glaubensbekenntnis, ebenfalls in ökumenisch vereinbarter Fassung. Oft, aber nicht immer, werden fortgelassen oder in eigenen Neufassungen werden folgende Teile in den Gottesdienst aufgenommen: das Herr, erbarme dich (Kyrie) / das Ehre sei dem Vater … (Gloria). Im Abendmahls-Teil: die Einsetzungsworte / das Christe, du Lamm Gottes (Agnus Dei).

Proprien (festgelegt, nach dem Kirchenjahr je Sonn- oder Feiertag wechselnd, „Liturgischer Kalender“, abgedruckt im Gesangbuch hinten): Lieder / Eingangs‒ = Wochenpsalm (endet mit dem trinitarischen Ehre sei dem Vater …) / Schriftlesungen: Epistel ‒ Wochenlied ‒ Evangelium (aus den Briefen bzw. aus den Evangelien des Neuen Testa-ments ausgewählt, nach der Lutherübersetzung in der Revisionsfassung von 2017 oder nach der ökumenischen „Einheitsübersetzung“, ebenfalls von 2017) / Predigttext / Dank‒ und Fürbittengebet / Aaronitischer oder Trinitari-scher Segen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lutherbibel revidiert 2017

Es gibt heute kaum noch Gottesdienste, die in dieser Vollständigkeit und Korrektheit gehalten werden. Neben Kürzungen ‒ so Kyrie und Gloria, nur eine oder keine Schriftlesung; vor allem moderne Fassungen, also anderen als die Lutherübersetzung, d. h. meist in freien Bibelübersetzungen und freien Gebeten. Dabei wird vorausgesetzt, dass moderne Fassungen inhaltlich leichter zugänglich und verständlich sind als alte sprachliche Fassungen, wie die Lutherübersetzung. Das gilt aber zumindest für diejenigen nicht, denen die alten Sprachfassungen vertraut sind, vor allem Luthertexte sogar auswendig präsent sind.

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© Gerhard Schwinge