Orte der Reformation

 

Einführung

 

2017 beging die evangelische Welt das Lutherjahr, richtiger: das Jubiläum 500 Jahre Reformation (www.r2017.org; www.luther2017.de). Anlass war, dass Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen zum Ablasswesen der damaligen Zeit an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg anschlug.

Seit 2008 gab es bereits die Lutherdekade, mit jährlich wechselnden Themen. Unzählig viele Veranstaltungen haben seither bereits stattgefunden; unzählig viele Bücher sind seitdem erschienen.

Die Evangelische Verlaganstalt Leipzig brachte neben vielen anderen Veröffentlichungen zum Lutherjahr seit 2011 eine „Journalserie“ mit dem Titel „Orte der Reformation“ heraus. Über 30 reich bebilderte Broschüren im Quartformat, mit zwischen 64 und 96 Seiten, liegen inzwischen vor, zu dem einheitlichen günstigen Preis von 9,90 €. Einzelne Hefte gibt es zusätzlich als englische Ausgabe.

Die Idee zu dieser Buchreihe stammte von dem Reformationshistoriker Prof. Dr. Dr. Johan-nes Schilling und dem Publizisten Thomas Maess, die Grundkonzeption von dem chris-mon-Redakteur Burkhard Weitz; für die Redaktion, vor allem für die aufwändige Bildre-daktion war in vielen Fällen Dr. Albert de Lange verantwortlich.

Alle Bände haben die gleiche Grundstruktur: Stadtgeschichte verbindet sich mit Reforma-tionsgeschichte und umgekehrt, sowie mit dem heutigen städtischen und kirchlichen Leben, dargestellt in kurzen, prägnanten Beiträgen von örtlichen und wissenschaftlichen Experten.

Wiederkehrende Rubriken sind: das Willkommen der Stadt, eine ausführliche Stadtführung (mit Gastronomie), die Reformationsge-schichte in Wort und Bild, Gotteshäuser und berühmte Bauten, und was sonst noch die Stadt ausmacht; am Ende meist ein Wort prominenter Persönlichkeiten über ihr persönliches Verhältnis zu dieser Stadt. Alle Hefte zeichnen sich durch eine sehr reiche farbige Bebilderung aus, mit historischen Abbildungen wie mit Fotos vom heutigen Aussehen der Stadt, oft ganzseitig, bisweilen sogar zweiseitig, und in hervorragender Bildqualität.

Alles in allem  also eine Erinnerung an die Geschichte einer Stadt und zugleich ein Stadtführer, einschließlich praktischen touristischen Informationen.

 

 

 

 

 

 

 

Bis zum Reformationsjubiläum im Oktober 2017 wurden hier acht Orte der Reformation vorgestellt, die man allgemein mit wichtigen Ereignissen der Reformation verbindet, bis einschließlich des Westfälischen Friedens nach dem Dreißigjährigen Krieg. Es sind dies:

Wittenberg, berühmt vor allem durch Luthers Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517;

 

Heidelberg, bekannt unter anderem durch die Disputation von 1518, auf der Luther seine neuen theologischen Erkenntnisse zur Diskussion stellte;

 

Worms, mit dem Reichstag 1521, auf dem Luther sich vor Kaiser und Reich verteidigte, woraufhin gleichwohl die Reichsacht über ihn verhängt wurde;

 

Straßburg, wo Martin Bucer und andere seit 1524 lutherische Reformen durchführten;

 

Marburg, mit dem besonderen Ereignis, dass sich hier im Oktober 1529 Luther und seine Anhänger mit dem Züricher Reformator Ulrich Zwingli und dessen Anhängern um ein gemeinsames Verständnis des Abendmahls bemühten.

 

Speyer, wo 1526 und 1529 zwei wichtige Reichstage stattfanden; erst seit 1529 gibt es die Begriffe "Protestanten" und "Protestantismus."

 

Augsburg, weil auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 die wichtigste Bekenntnisschrift
der evangelisch-lutherischen Kirche dem Kaiser und den Kurfürsten vorgelegt wurde:
die Confessio Augustana, das Augsburger Bekenntnis; und 1555 mit dem Augsburger Religionsfrieden die Entscheidung über die Konfession den Landesherren übertragen wurde: cuius regio, eius religio.

 

Osnabrück, wo 1648, am Ende des Dreißigjährigen Kriegs, das Zeitalter der Reformation und der Gegenreformation im Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück sein Ende fand.                                                                                                                              G.S.

Der Prediger tritt hinter seiner Botschaft zurück, seine nach

oben weisende Hand verbirgt

sein Gesicht

Der Vortragende hat seine Zuhörer im Blick

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Gerhard Schwinge